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ROYAL PHILHARMONIC ORCHESTRA LONDON
DIRK JOERES

Dirk Joeres ist in 2007 zum Permanent Guest Conductor des Royal Philharmonic Orchestra London ernannt worden.



Schumann
Die aktuelle CD:

Schumann
Sinfonie Nr. 3 op. 97 (‚Rheinische)
Ouvertüre, Scherzo und Finale op. 52
Sinfonische Etüden op. 13 (Adagio, Finale)
orchestriert von Tschaikowsky
RRC 1237, Regis Records

„Exemplarische ‚Rheinische’ – eine Referenz-Aufnahme“
Pizzicato, Supersonic Award

„Mitreißende Interpretation – eine der besten Einspielungen“
Musicweb international



Schumann
Weitere Veröffentlichungen im Schumann-Zyklus:

Schumann/Ravel: 4 Stücke aus ‚Carnaval’ op 9
Schumann/Adorno: 6 Stücke aus op. 68
Schumann: Sinfonie Nr. 2 op. 61
BIS 1055

„Eine herausragende CD. Dirk Joeres reiht sich mühelos in die erste Liga ein“. Fanfare USA

„... Eine faszinierende Interpretation; Joeres ist ein fesselnder Schumann-Dirigent, der die Extreme nicht einebnet.“
Gramophone, Great Britain/Japan

„Dirk Joeres’ neue Schumann-CD enthält eine der besten Deutungen der zwiespältigen Zweiten Schumann-Sinfonie, die ich je gehört habe.“
Scala




PRESSESTIMMEN

EUROPA-TOURNÉE NOVEMBER / DEZEMBER 2008
Cambridge · London · Köln · Düsseldorf · Rosenheim · Graz · München · Nürnberg


Joeres/RPO, Probe im Cadogan Hall London, 11/2008, © RPO London


LONDON
Cadogan Hall
„Joeres bot eine überwältigende Aufführung von Elgars ‚Enigma’-Variationen, und  was sie auszeichnete, war die Sorgfalt für das kleinste Detail.  ...  Brahms [Akademische Festouvertüre] und Elgar gehörten zum Besten, was ich an Orchesterspiel dieses Jahr gehört habe.“

musicweb international, 12/2008


KÖLN
Philharmonie
„ ... Dirk Joeres, seit 2007 Ständiger Gastdirigent der Londoner, formte das Stück [Elgar: Enigma-Variationen] mit konturierten Ecken und Kanten.  Das stand dem Werk gut zu Gesicht.   ...  Auch dem bildhaften Moment blieb Joeres nichts schuldig.  ..... Eine strukturell durchdachte Sicht auf Brahms’ ‚Akademische Fest-Ouvertüre’ rundete das Meisterkonzert wohltuend ab.“

Kölnische Rundschau, 08.12.2008

GRAZ
Musikverein
„GOLDENER SCHÖNKLANG  Mit einer glanzvollen Darstellung der dritten Symphonie Felix Mendelssohns krönte das Royal Philharmonic Orchestra ein prächtiges Gastspiel für den Musikverein im Stefaniensaal.  ....  Mit Dirk Joeres hat sich das Ensemble einen wahren Könner als Ständigen Gastdirigenten geholt.  Mendelssohns ‚Schottische’ ertönte geschmeidig und klangschön, in goldenen Farben.  .....   ein außerordentlich feines Gastspiel.“

Kronenzeitung,  11.12.2008

MÜNCHEN
Philharmonie
„ ...  Bewundernswert die Selbstverständlichkeit und Leichtigkeit, mit der das Orchester klangliche Probleme zu lösen wusste, ebenso die edle Blässe, die vielen Passagen anhaftete, und die so vornehm und angemessen souverän wirkte.  Zudem disponierte Dirk Joeres, den Musikern seit vielen Jahren verbunden und seit 2007 mit dem Titel eines Ständigen Gastdirigenten versehen, Mendelssohns  ‚Schottische’  klar und einleuchtend.“

Süddeutsche Zeitung, 13.12.2008

NÜRNBERG
Meistersingerhalle
„ ...  Der Ständige Gastdirigent der Londoner, Dirk Joeres, weiß, wie dieses imperiale Credo klingen muss.  Völlig richtig entschied er sich bei den „Enigma“-Variationen für schön gemalte Genrebilder.“

Nürnbeger Nachrichten, 13.12.2008

„Das Royal Philharmonic Orchestra überzeugt in der Meistersingerhalle mit warmem Glanz.  Eine sinnige Klammer hält das klug gestrickte Programm zusammen ... Umsichtig und mit flotten Tempi poliert Dirk Joeres, Ständiger Gastdirigent des RPO, mit den Philharmonics das Juwel zu warmem Glanz [Weber: Ouvertüre ‚Oberon’].“

Abendzeitung, 13.12.2008

NÜRNBERG
Meistersingerhalle
„ ...  Am Pult stand der Ständige Gastdirigent Dirk Joeres – nach Rudolf Kempe der zweite deutsche Dirigent in der Geschichte des renommierten Orchesters.  ....  [Mendelssohn: 3. Sinfonie] Hier gingen gute Durchhörbarkeit im Ensemble mit dem Sinn des Dirigenten für organische Spannungsbögen eine erfrischende Symbiose ein.   ... Viel Eleganz und Raffinement gab Joeres dem mit Folklore durchsetzten 4. Satz.  Keine Frage: Joeres pflegte einen sorgfältigen Umgang mit Mendelssohn.  Mit pointierten Zeichengebung hinterließ er einen souveränen Eindruck.“ ... Elgars Musikrätsel-Variationen fanden in Joeres einen klugen Sachwalter, bei dem keine Note unter dem dicken Blechpanzer (z.B. in der 14 Variation) nach Atem ringen musste.  Im Ertüfteln von Details bewies der Dirigent eine gute Hand.  ...  Herzliche Reaktion im Publikum.“

Klassik.com, 15.12.2008

ROSENHEIM
Kongress-Zentrum
„Auf manche Dinge im Leben ist Verlass.  Zum Beispiel darauf , dass das Royal Philharmonic Orchestra London absolut unschlagbar ist, wenn es um die Kronjuwelen der britischen Musikkultur geht ..... Wie die „Royals“ Carl Maria von Webers Oberon-Ouvertüre präsentierten, konnte man jedenfalls nur fassungslos bestaunen: Sensationell der Solohornist beim buchstäblich ins Unendliche hallenden ersten Hornruf.  .... Trotz der frappierenden Verschlankung erlebte man keine Elfenmusik, sondern eine dramatisch hochgespannte, brillant konstruktive, kraftvoll in die Tiefe lotende Oper en miniature.  ...  Was den Royal Philharmonic mit dieser Musik [Mendelssohn Sinfonie Nr. 3] gelang, war phänomenal.“

Oberbayerischen Volksblatt, 10.12.2008



2007

PASSAU
Europäische Wochen

Weltklasse-Orchester
Ein veritables Highlight der diesjährigen Festspieles war das Konzert der Royal Philharmonic Orchestra aus London unter der Leitung seines Associate Conductor Dirk Joeres in Passau. Dessen Maxime scheint edle Ausgewogenheit der Interpretation zu sein, die er mit sparsamen dirigentischen Mitteln erreicht. So war schon die einleitende Ouvertüre zu „Manfred“ von Robert Schumann charakterisiert durch mustergültige Klangbalance bei wohldosiertem romantischem Pathos. ..... Der von vielen Hörern erwartete Höhepunkt war jedoch Peter Tschaikowskys Symphonie „Pathétique“,. ..... Vom ersten Ton an war man in den Bann von schier endlosen Spannungsbögen gezogen, welche die ungemein differenzierte Partitur als Klangewebe von höchster Dichte erscheinen ließen. ..... Eindrucksvoll bestätigten die „Königlichen“ die man zum ersten Mal in Passau erleben durfte, mit dieser grandiosen Interpretation ihren Ruf als einer der besten Klangkörper der Welt.

Passauer Neue Presse, 16.07.2007


BAD KISSINGEN
„Kissinger Sommer“
Was das Flair des „Kissinger Sommers“ ausmacht, wurde am vorletzten Veranstaltungstag der diesjährigen Konzertreihe besonders deutlich: es ist die Ungezwungenheit, mit der Spitzensolisten, Stardirigenten und 1a-Orchester in den Dialog mit einem erwartungsvoll gestimmten Publikum treten ..... So war denn das Galakonzert, das der Pianist Jean-Ives Thibaudet und das Royal Philharmonic Orchestra London unter Dirk Joeres gaben, ein Glücksfall für das Kissinger Festival. .....
Eingerahmt wurde dieser effektvoll und mit viel Esprit interpretierte Liszt [Klavierkonzert Nr. 1] von Schumanns recht spröde komponierter „Manfred“-Ouvertüre, aus der die Londoner immerhin einiges an Eleganz herauszuholen vermochten, und Brahms’ Vierter Symphonie. Dass der glasklar dirigierende Dirk Joeres und das Royal Philharmonic Orchestra mit Brahms nicht zu hoch gegriffen hatten, machte vor allem die packende Interpretation der gewaltigen Schluß-Passacaglia deutlich.

Main-Post, 16.07.2007

Internationale Herrenchiemsee Musikfestspiele
Romantisches Pathos
Ein Highlight ..... war das Konzert des Londoner Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Dirk Joeres am Sonntagabend bei den diesjährigen Herrenchiemsee-Festspielen. ....
Die eröffnende Ouvertüre [Schumann: „Manfred“] war von natürlicher klanglicher Ausgewogenheit bestimmt. Dirk Joeres verstand es vom ersten Moment an, sein Orchester mit romantischem Pathos zu führen. ..... Höhepunkt der Abends war eindeutig Tschaikowskys Sechster Symphonie. .... , die Musik bewegte, was nicht zuletzt der feinfühligen Interpretation zu verdanken war. Joeres und sein „königlichen“ Musiker entfachten leidenschaftliche Empfindungen, zogen Spannungsbögen zwischen düsterer Grundstimmung, sehnsuchtsvoller Wehmut und tänzerisch-beschwingten Themen. .....
.... die Zuhörer waren gebannt vor Spannung und belohnten die ausgesprochen hochwertige musikalische Darbietung mit langem Applaus.

Klassik.com, 15.07.2007




2005

KÖLN
Philharmonie

„Meisterkonzert in der Kölner Philharmonie – Fröhliches Schmettern, gefühlsweites Singen – diese Lebensbejahungen aus dem romantischen deutschen Wald hat das Royal Philharmonic Orchestra gut getroffen, als es unter Leitung von Dirk Joeres Robert Schumanns „Konzertstück für vier Hörner“ in Angriff und Besitz nahm. Die kostbare Repertoire-Rarität wurde gerahmt von drei Brahms-Werken, den Haydn-Variationen, der Schönberg-Bearbeitung des g-Moll-Klavierquartetts und einem „Ungarischen Tanz“ als Zugabe. Das berühmte Londoner Orchester ging diese epochale Musik mit Herzlichkeit an ... man ‚verstand’ die Stücke in Form, Anspruch und Inhalt, und wo das Helle, Flotte, Sportive gefragt wart, juckte es einen unter dem Stuhl schon in den Beinen.“

Kölner Stadt-Anzeiger, 05.10.2005

KÖLN
Philharmonie

Klavierquartett aus den Geiste der Romantik
„ ...Bei dem orchestrierten Klavierquartett Schönbergs ließ Joeres das Orchester eine gute Dreiviertelstunde lang funken und funkeln. Es waltet eine überbordende Klangfantasie, die mitunter auf die Spitze getrieben scheint, aber den Charakter des Originals wahrt. Das kregelige Orchester gab der Musik mächtig Zunder, auch Dirk Joeres schien sich in dieser hochgepeitschten Musik zu verlieren. Passende Zugabe: der Ungarische Tanz Nr. 5 von Brahms.“

Bonner General-Anzeiger, 06.10.2005

FRANKFURT
Alte Oper
„Ein Pro-Arte-Abend mit dem britischen Royal Philharmonic Orchestra zeigte, was möglich ist: ein ganzes deutsch-romantisches Konzertprogramm ohne Sinfonie und ohne Solokonzert. Brahms hatte das Ausnahme-Orchester im Reisegepäck: die Haydn-Variationen und das Klavierquartett op. 25 in der Schönbergschen Orchesterbearbeitung. Die Verbindung schuf Robert Schumanns Konzertstück für vier Hörner, bei dem sich das Horn-Quartett des RPO klangschön und virtuos den solistischen Part teilte. ...Die Orchesterversion von op. 25 besitzt neben attackierender Zugkraft ein hohes Maß an lyrischer Kantabilität ... Das Spiel der Briten zeigte hier ein kammermusikalisches Einfühlungsvermögen, das selbst bei guten Orchestern selten zu finden ist. Und Dirk Joeres zeigte sich hier von einer anderen Seite: Brahms als Abendteuer, als Leidenschaft. Das Finale wurde in virtuoser Spiellaune musiziert, bei allen klanglichen Exzessen doch mit großem Ausdruck und ernster Grundhaltung.“

Frankfurter Rundschau, 06.10.2005

LINZ
Brucknerfest 2005
Begeisterung für Alexander Borodin
„ ... Schumanns „Rheinische“ wurde mit vitalem Ausdruck und versonnenem Stimmungsgehalt dargeboten. Dirk Joeres am Pult wusste den vollen Klang des Orchesters gut zu steuern. Mit der Sinfonie Nr. 2 h-Moll schuf Alexander Borodin ein bedeutendes Werk der national-russischen Schule, das vom Publikum begeistert aufgenommen wurde. Als Draufgabe gab es einen „Ungarischen Tanz“ von Johannes Brahms.“

Neues Volksblatt, 03.10.2005

ESSEN
Philharmonie
Brahms-Quartett faszinierte
„ ... Da funkelten Begleitfloskeln in den Holzbläsern auf wie Edelsteine, da entfaltete sich kristallin klar die farbliche Spreizung zwischen Glockenspiel und gestopfter Posaune. Durch sein körperlich antreibendes Dirigat inspirierte Joeres die Londoner zu einem engagierten, intensiven Musizierstil, der sich über den ausdruckssatten Schöngesang des Andante-Satzes zum folkloristischen Knalleffekt des Rondo alla Zingarese steigerte. Dazu passte als Zugabe der 5. Ungarische Tanz.“

NRZ Essen, 01.10.2005

FRANKFURT
Alte Oper
Londoner zeigen Liebe zum Detail
„In den Haydn-Variationen verzichtete das RPO auf die dynamischer und dramatischer Extreme, was der ausgewogene kontrapunktischen Handhabung entgegen kam. Joeres stellte in den Variationen die Freude am Umgang mit thematischen Entwicklungen in den Vordergrund und schlug damit einen sinnfälligen Bogen zum klassischen Duktus. ... ganz anders dann Brahms Klavierquartett op. 25 in der orchestrierten Fassung von Arnold Schönberg. ... Im vollen Orchesterklang, raffiniert instrumentiert und mit verschiedenem Schlagwerk ausgestattet, entfalteten differenzierte Klangfarben eine enorme Plastizität, die Joeres mit seinem Orchester bis in Detail aufbot.“

Offenbach Post, 07.10.2005

BRATISLAVA
Internationale Musikfest
Royal Philharmonic spielte unvergesslich
„ ... Vor 30 Jahren erklärte die UNESCO den ersten Oktober zum internationalen Tag der Musik. Bratislava konnte ihn mit dem Gastspiel des weltbekannten Royal Philharmonic Orchestra nicht besser würdigen. ... ie Engländer legten den Schwerpunkt auf zwei Symphonien von Robert Schumann und Alexander Borodin: die „Rheinische„ von Schumann und Borodins Zweite.
Der Charakter beider Werke war der Ausgangspunkt zur Gestaltung von Gesamtausdruck und Details, die dem deutschen Dirigenten Dirk Joeres höchst überzeugend gelangen. Er hatte einen hervorragenden Klangkörper mit edlem und gleichzeitig durchhörbarem Klang zur Verfügung. Bei Orchestern dieses Ranges ist es überflüssig, über einzelne Instrumentengruppen zu sprechen, aber es wäre ein Fehler, Londons Bläser nicht herauszuheben. Solche Kunst findet in der Welt sehr schwer Konkurrenz und wird für uns unvergesslich bleiben.“

Pravda, 03.10.2005




2004

Festspielhaus
Baden-Baden
6./7. November 2004

"Europäische Romantik"
Gade: "Nachklänge von Ossian" op.
1 Bennett: "Die Naiaden op. 15
Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 op. 11
Berlioz: "Les Nuits d’Eté" op. 7
Mendelssohn: Sinfonie Nr. 3 op. 56
Schumann: Sinfonie Nr. 3 op. 97


"Eine klangvolle Beschwörung romantischer Zaubergeister"
Badische Neueste Nachrichten, 8. November 2004

"Tugendhaft und glanzvoll"
Badische Neueste Nachrichten, 9. November 2004

"Maßgeschneidertes Programm für die Sommerhauptstadt der guten alten Zeit"
Badisches Tagblatt, 8. November 2004

"Londoner Royals energiegeladen bis stürmisch"
Badisches Tagblatt, 9. November 2004

Die vollständigen Rezensionen können bei Artists International angefordert werden
AIPR Infoline 0211 836 8155


Online
Musikmagazin


"Wohlige
Klanglandschaften"

Mitten im regnerisch kalten Herbst von Baden-Baden hat das London Philharmonic Orchestra sein Publikum im Festspielhaus der Kurstadt in Sphären wohliger Klangwelten entführt und ein Landschaftspanorama der europäischen Romantik entfaltet, das vom wild bewegten schottischen Hochland bis zu den schaurig schönen Bildern des französischen Dichters Théophile Gautier in den Liedern von Héctor Berlioz und von der Ausgelassenheit rheinischer Bauerntänze bis zur empfindsamen Serenade in einem polnischen Salon des Jahres 1830 reichte.

Unter der ebenso temperamentvollen wie präzisen Stabführung seines Associate Conductor Dirk Joeres gestaltete sich das Programm zu einer abwechslungsreichen Reise durch repräsentative Werke des 2. Viertels des 19. Jahrhunderts und gab einen Einblick in die Vielfalt dessen, was landläufig musikalische "Romantik" genannt wird. Reiche Klangfarben, gesättigt orchestrale Stimmungsmalerei und solistische Beiträge von ausgeprägter Individualität schufen einen weit gespannten Bogen musikalischer Poesie.

Eröffnet wurden die Konzerte jeweils wie es sich gehört mit einer Ouvertüre. Am ersten Abend war dies die nostalgische Beschwörung der keltischen Vorzeit in Gestalt des blinden Sängers Ossian, den Goethe schon Homer gleichgestellt hatte. Dass es sich dabei um eine Phantasiefigur des englischen Dichters MacPherson handelt, tut der romantischen Wirkung von Niels Wilhelm Gades Komposition aber keinen Abbruch. In schwärmerisch rhapsodischem Ton beschwört er die "Nachklänge von Ossian" in dem elegischen Cellomotiv der Einleitung herauf. Bald übernehmen die machtvoll geblasenen Posaunen der Londoner Philharmoniker choralartig die visionäre Verklärung der Vergangenheit. In einem zart-lyrischen Harfensolo verklingt diese gälische Traumphantasie wieder, unterlegt vom mehrfachen Pianissimo sanfter Paukenschläge. Eine stimmungsvolle Einleitung war auch am zweiten Abend eine Ouvertüre des 1816 geborenen Engländers William Sterndale Bennett, in der er klangsinnlich "Die Najaden" bei ihren Wasserspielen beobachtet. Auch hier ließ das Orchester die Tonmalerei besonders in den Bläserstimmen erblühen.

Die polnische Pianistin Ewa Kupiec bot mit zart nuanciertem Anschlag eine begeisternde Aufführung des e-moll -Klavierkonzertes ihres Landsmannes Frédéric Chopin. Besonders den 2 Satz, eine verträumt melancholische Romanze, spielte Ewa Kupiec mit dezent verinnerlichtem Gefühl wie ein Nocturne, das aus einer schemenhaften Dunkelheit herüberglänzt. Mit energischem Temperament nahm sie den rondohaften Tanzrhythmus des 3. Satzes auf und steigerte das Konzert zu einem fulminanten Finale. Mehr als nur Begleitung war bei allem das Orchester, obwohl der Komponist ihm eine untergeordnete Rolle zugemessen hat. Es führte klangschön über die harmonischen Brücken und belebte die dekorativen Flächen nicht ohne Ausdruck.
Ein Chopin-Nocturne gab Ewa Kupiec dem Publikum wie ein feines Praliné dann auch als Zugabe mit in die Pause.

In den "sechs Melodien mit kleinem Orchester" ließ Dagmar Peckova in "Les nuits d` été" lyrische Empfindungen von Théophile Gautier nacherleben, die Hector Berlioz zu seinem Liederzyklus verbunden hatte. Die Lieder handeln von der Erinnerung an die Liebe, von der Vergänglichkeit und dem Tod. Dagmar Peckova traf den morbid melancholischen Ton der Gesänge treffend genau und verlieh mit ihrem warmem Mezzosopran den opernhaften Liedminiaturen lebendige Gestalt. Auch hier war Dirk Joeres mit dem klangsensibel aufspielenden Orchester ein ebenso hellwacher wie behutsamer Begleiter.

Schluss und Höhepunkt der Konzerte bildeten jeweils eine Sinfonie: Mendelssohns "Schottische" am ersten und Schumanns "Rheinische" am zweiten Abend. Auch diese Werke malen jedes auf seine Weise intensive Klangbilder auf einen geistigen Horizont. Die von Mendelssohn atmosphärisch dicht eingefangenen Stimmungen - im 1. Satz die geheimnisvoll verhangene Grundstimmung mit dem sturmartigen Schluss, die burleske Dudelsackimitation im 2. Satz, den natürlich liedhaften Tonfall des Adagio mit dem düster - pathetischen Mittelteil sowie das heftig bewegte Allegro des 4. Satzes - ließ das Orchester mit viel Liebe zum Detail erleben, wobei der Dirigent gleichwohl die innere Spannung feinnervig zu halten vermochte.

In Schumanns 3. Sinfonie beeindruckte zudem, wie pointiert das Orchester die Kontraste zu setzen vermochte und den Ausdrucksbogen weit spannte vom schwungvoll belebten ersten Satz über das heitere Scherzo, den versonnenen 3. Satz zum düster strengen 4. Satz mit seinem schauerlich-feierlichen Blech bis hin zur unkomplizierten Ausgelassenheit des Bauernfesttanzes im 5. Satz.
Und in der Zugabe am Ende des ersten Abends gipfelte die Spielfreude des Royal Philharmonic Orchestra in Glinkas Ouvertüre zu "Ruslan und Ludmilla", die zu einem Fest der Orchestervirtuosität geriet. Alle Gruppen präsentierten sich in inspirierter Höchstform und der große Apparat (allein 10 Violoncelli spielten wie mit einem Strich) schien dabei die musikalische Schwerelosigkeit zu erfinden.


FAZIT
Ein gelungenes Portrait einer oftmals gering geschätzten Musikepoche wurde da durch den höchst motiviert gestimmten Klangkörper ihrer Majestät geboten. People were very amused.


Royal Philharmonic Orchestra
London
Ewa Kupiec, Klavier
Dagmar Pecková, Mezzosopran
Dirigent: Dirk Joeres


Konzert am 6. November 2004

Niels Wilhelm Gade
"Nachklänge von Ossian",
Ouvertüre Op. 1

Frédéric Chopin
Konzert für Klavier und
Orchester Nr. 1 e-Moll Op.11

Felix Mendelssohn-Bartholdy
Sinfonie Nr. 3 a-Moll Op. 56
"Schottische Sinfonie"

Konzert am 7. November 2004

William Sterndale Bennett
"Die Najaden", Ouvertüre Op. 15

Hector Berlioz
"Les Nuits d` été " Op. 7

Robert Schumann
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur Op.97
"Rheinische Sinfonie"